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Gepard

Spähwagen Luchs

Spähpanzer haben eine lange Tradition im deutschen Heer. Bereits im Zweiten Weltkrieg waren die 4-achsigen Fahrzeuge mit ihren Allradantrieb eine weiterentwickelte Waffengattung mit völlig eigenständigen Systemen. Es ist kaum verwunderlich, daß in der Bundeswehr bereits in den 60er Jahren wieder eine "Rückbesinnung" auf diese Fahrzeuge vollzogen wurde und statt "alliierter Technik" wieder ein typisch deutsches Spähfahrzeug in Entwicklung ging.

Der Panzerspähwagen Luchs der Bundeswehr basiert auf dem erfolgreichen Konzept des Sd.Kfz. 234/2, er hat die 8-Rad Steuerung und den Rückwärtsfahrer beibehalten, außerdem ist der Luchs schwimmfähig, kaum hörbar und mit beschussfesten Reifen ausgestattet. Die Einführung erfolgte im Mai 1975. Der Luchs ersetzte den französischen Hotchkiss SPz kurz 11-2, der damals bereits auf eine 20jährige Einsatzzeit bei der BW zurückblicken konnte.

Jeweils zwei SpPz Luchs bilden einen leichten Panzerspähtrupp, der von einem erfahrenen Feldwebeldienstgrad oder einem Leutnant angeführt wird. Der Fahrer sitzt vorn links, der Kommandant und der Richtschütze sitzen im Turm. Der Funker - er ist gleichzeitig der Rückwärtsfahrer - sitzt hinter dem Turm, mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. "Flucht ist der bessere Teil der Tapferkeit - und nichts in der Truppe ist schneller weg als ein Luchs!". Wie auch immer, der Luchs hat Maßstäbe in dieser Waffengattung gesetzt.

Die Wanne des Luchs besteht aus geschweißtem Stahl. Das Antriebsaggregat, bestehend aus Motor, Automatikgetriebe und diversen Luft- und Ölfiltern liegt "klassisch" im hinteren Teil des Fahrzeugs und kann in einem Block ausgetauscht werden. Dies macht den Luchs zu einem wartungsfreundlichen Waffensystem. Eine weitere Besonderheit stellt die Kraftstoffversorgung des Motors dar. Der läuft mit einer ganzen Reihe von Treibstoffen - einschließlich Diesel oder Benzin. Mit Benzin betrieben entwickelt der Zehn-Zylinder-Motor rund 390 PS bei 2500 U/min. Es werden alle 8 Räder angetrieben, die Steuerung wirkt entweder auf die 4 vorderen Räder, die 4 hinteren Räder oder auf alle 8 Räder. Die acht großvolumigen Niederdruckreifen weisen Notlaufeigenschaften auf, für Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h können alle vier Achsen gelenkt werden. Das macht den Luchs zu einem höchstbeweglichen Fahrzeug (bei einer Größe, die immerhin länger und höher als ein Leopard Kampfpanzer 1A5 ist!).

Der leistungsfähige Vielstoffmotor ist auch aus unmittelbarer Nähe praktisch nicht zu hören. Wenn sich SpPz Luchs im Manöver befinden, darf aus Sicherheitsgründen nur in vorher bestimmten Bereichen auf dem Boden geschlafen werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Personen überrollt werden.

Das Fahrzeug verfügt über eine integrierte ABC-Schutzanlage. Im Verlauf seiner Einsatzzeit wurde der Luchs auch mehrfach modifiziert und erhielt in der Version SpPz 2 "Luchs" A2 u.a. ein Wärmebild-Ziel und Beobachtungsgerät.

Der SpPz 2 "Luchs" A2 wurde im Rahmen der IFOR in Kroatien und Bosnien und der KFOR im Kosovo als Konvoibegleitschutz eingesetzt. Er dient nun auch bei der SFOR in Bosnien und Herzegovina im Rahmen der Friedenssicherung. Ein Teil der dort eingesetzten Fahrzeuge, wie auch ein Teil der jüngst in Mazedonien und im Kosovo stationierten, ist mittlerweile mit einer GPS-Navigationsanlage, einem Kreiselkompaß und einer zusätzlichen Datenfunkantenne kampfwertgesteigert worden.

Als Bewaffnung dienen eine Bordmaschinenkanone RH 202 Mk 20 mm mit Munitionswechseleinrichtung (Sprenbrand- bzw. Hartkernmunition) und als Sekundärwaffe ein 7,62 mm MG3. Der Luchs ist nicht für Kampfeinsätze gedacht- vielmehr soll er unbemerkt feindliche Stellungen und Bewegungen ausspähen. Sollte es dabei Ärger geben - "Rückwärtsfahrer marsch! marsch!"

Technische Daten:

  • Motorleistung: 287 kW  (390 PS)
  • Gewicht: ca 19,5t
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 90 km/h
  • Fahrbereich: ca. 730 km
  • Besatzung: 4
  • Bewaffnung: 1 Bordmaschinenkanone 20 mm
  • Feuergeschwindigkeit: 800-1000 Schuß/Min.
  • Kampfentfernung: bis 2000 m





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